Drillisch & Telekom Affäre

Für die Kunden ändert sich offenbar nichts. Die Art und Weise der Abrechnung verlaufe nach denselben Modalitäten wie zuvor auch bei der Telekom, teilte Drillisch mit.

Aktie tritt auf der Stelle
Händler bewerteten die Verlagerung der Kunden positiv. Trotzdem stagniert die Aktie auf dem Vortagesniveau. Die kleine Erholungstour von Dienstag und Mittwoch scheint vorerst gestoppt. Nach dem massiven Kursrutsch am Montag von 8,38 Euro auf fünf Euro hatte sich der TecDax-Titel auf über sechs Euro wieder hochgekämpft. Noch ist unklar, wie der Streit mit der Deutschen Telekom ausgeht. Die Telekom wirft Drillisch Provisionsbetrug vor und hat die Verträge gekündigt. Außerdem erstattete der Magenta-Konzern Strafanzeige gegen Drillisch.

Telekom wirft Provisionsbetrug vor
Die Deutsche Telekom stellte fest, dass die Drillisch-Tochter Simply seit Februar mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert und dafür Provisionen kassiert haben soll, ohne dass es tatsächlich Kunden gab. Die Telekom verlangt deshalb die Provisionszahlungen zurück.

Diese Darstellung entspreche nicht den Tatsachen, konterte Drillisch-Chef Choulidis. Simply habe sich bei den Provisionen vollumfänglich an die mit der Telekom geschlossenen Verträge gehalten, beteuerte er. Die Geschäftsleitung von Simply erklärte, dass sie sich gegen die von der Telekom eingeleiteten rechtlichen Schritte entschieden zur Wehr setzen werde.

Provisionen pro SIM-Karte oder Kunden?
Drillisch soll mehrere Tausend SIM-Karten an ein Unternehmen verkauft haben, das diese ausschließlich für Textnachrichten verwendet. Im Streit geht es offenbar um die zentrale Frage, ob für jede einzelne SIM-Karte Provisionen anfallen oder für jeden Kunden nur einmal.

Ein Drittel mehr Gewinn
Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte das Unternehmen aus Maintal bei Frankfurt den Gewinn um mehr als ein Drittel auf 13,7 Millionen Euro. Der Umsatz legte um gut zwei Prozent auf 86,6 Millionen Euro zu, während Experten mit einem Rückgang gerechnet hatten. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um rund elf Prozent auf 13,9 Millionen Euro.
Das Ebitda soll 2012 auf rund 58 Millionen Euro zulegen. Zudem kündigte das Unternehmen, Aktienrückkäufe im Umfang von vier Prozent des Kapitals an.

Quelle:WDR